die vierte Beta Version wurde soeben veröffentlicht. Nun, um es gleich vorweg zu nehmen, Firefox 3 wird einschlagen wie eine Bombe. Warum? Hier die Gründe:
Technischer Hintergrund
Die Mozilla Foundation, Entwickler von Firefox, hat auf seiner Website folgende Aussage zum Browser gemacht:
Firefox 3 is based on the Gecko 1.9 Web rendering platform, which has been under development for the past 31 months. Building on the previous release, Gecko 1.9 has more than 12,000 updates including some major re-architecting to provide improved performance, stability, rendering correctness, and code simplification and sustainability. Firefox 3 has been built on top of this new platform resulting in a more secure, easier to use, more personal product with a lot more under the hood to offer website and Firefox add-on developers.[Improved in Beta 4!] Firefox 3 Beta 4 includes more than 900 enhancements from the previous beta, including drastic improvements to performance and memory usage, as well as fixes for stability, platform enhancements and user interface improvements. Many of these improvements were based on community feedback from the previous beta.
Was meinen die mit “drastic improvements to performance and memory usage”? Ich habe den Browser auf Windows und OS X installiert. Mein erster Eindruck ist frapant. Ich kann es nur bestätigen. Gewisse Leute reden von Verdreifachung der Geschwindigkeit. Moment, habe ich mich verschrieben? 3 mal schneller? Ich teste den Browser an Google Mail, einer Site, die mächtig mit Ajax-Technology gespickt ist. Mein Eindruck ist klar, mindestens doppelt so schnell ist es schon. Die Wahrheit liegt warscheinlich irgendwo dazwischen liegen.
Was ist den optisch neu am Browser? Der erste Eindruck täuscht, es sieht nicht unbedingt nach viel Neuem aus, aber es wurde an allen Ecken und Kanten gefeilt. Hier die Übersicht:
Das Eingabefenster
Die automatische Vervollständigungsliste, die erscheint, wenn man irgendwelche Buchstaben eintippt, ist nicht mehr nur auf Webaddressen beschränkt, sondern sucht auch in Lesezeichen und Surf-Listen und erstellt dabei Tags, die es uns leichter machen, den Suchvorgang zu optimieren. Vorschläge werden in 2 Linien und Farben gezeigt, die gemäss Studien es uns einfachen machen, uns darauf zu fokusieren, nach was wir wirklich suchen. Wenn der Benutzer weiss, dass er einen Teil einer Webadresse eingibt, wird es einfacher sein, es schneller zu finden. Die Hervorhebung der Sucheingabe macht es ebenfalls einfacher. Neu in der Beta 4 Version is adaptives Lernen: Firefox hat ein Auge auf was du schreibst und was du auswählst. Nach ein paar Wiederholungen wird Firefox verstehen, was du versuchst zu finden und wird bessere Vorschläge liefern. Beta 4 bringt ebenfalls eine Hilfe für multiples Suchen mit mehrerer Wörtern, so “firefox downloads” filtert die die Addresse, Titel und die Tags (siehe unten), mit beiden Wörtern, aber nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Ich denke mir, diese Vorgehensweise ist das beste Werkzeug, dass Firefox herausbringen wird. Es wird das Werkzeug Orte [Places] für grosse technische Aufwände rechtferigen und es es wird ein Meilenstein für Firefox und für die zukünftige Entwicklung aller Browser. Benutzt man es, wird es sich bald nicht mehr wegzudenken sein.
Orte [Places]
Ein gross angekündigtes und erwartetes Werkzeug sind die Orte, in Englisch Places, ein integrierter Manager für Lesezeichen und Hergang, mitder Datenbank SQLite aufgebaut, eine kleine open source DB, die viel robuster für allfällige Abfragen ist. Mit Places ist man in der Lage den Hergang, Tags und Lesezeichen zu suchen. Man kann angeben wo man suchen will (Hergang, Lesezeichen Menü, Lesezeichen-Werkzeugliste, alle Lesezeichen oder auch nur bestimmte Verzeichnisse). Es kann auch angegeben werden, was gesucht werden soll, Suchdatum, Webadresse oder Titel, kombinierte Kriterien und dann die Resultate als intelligente Lesezeichen zu speichern, die dann mit dem zunehmenden Surfverhalten automatisch wachsen oder sich verändern. Buoooaahhh!!!
Die Bibliothek oder auch Place Manager, kann auch Backups und beherrscht das Wiederherstellen des Benutzerinterfaces, so dass es einfacher ist, eine kaputige Datei oder eine falsch gelöschtes Lesezeichen wiederherzustellen.
Tagging ist ein neue Möglichkeit in Firefox, sehr eng integriert mit Places und dem Eingabefenster: Ein Klick auf das leere Icon im Eingabefenster genügt, um die aktuelle Seite als Lesezeichen zu speichern. Klicke nochmals und du kannst dabei ein Verzeichnis und Tags angeben, das du später besser, ähnlich wie in iTunes, finden kannst.
Die Vorwärts- und Rückwärts-Taste wurde zu einer einzigen Taste verschmolzen und sieht jetzt etwa ähnlich einem Schlüsselloch aus, das auch die abgesurften Seiten anzeigt und das Plattformübergreifend, ausser noch bei Linux. Für alle die die alten Knöpfe bevorzugen, können auf wünsch zum alten Design zurückwechseln.
Downloads
Eines der meistgewünschten Features: Downloads kann gestoppt und jederzeit fortgeführt werden. Der Download Manager hat einen wesentlichen visuellen Anstrich erhalten und kann jetzt auch Suchanfragen ausführen. Es kann nach Grösse der Datei und nach Datum einer Datei gesucht werden.
Eine Satus-Anzeige im unteren rechten Teil gibt alle wichtigen Information preis, die man für das Runterladen benötigt. Ein Klick darauf öffnet den Downlaod Manager.

Add-ons
Der Add-ons Manager wurde integriert mit Mozilla Add-ons, Mozillas offiziellem Extensions and Themes-Ort. Er gibt Auskunft über Empfehlungen, Suche, Beurteilung und Installation, ohne Firefox verlassen zu müssen. Eine neue Unterart Plugins (sieht aus wie ein Lego-Baustein) wurde eingeführt, um Pluggins besser ein und auszuschalten. Sehr clever, Mozilla! Jetzt weiss ich endlich, welche Version vonm Flash Plugin ich installiert habe.
Unter der Motorhaube
Die Liste der Veränderungen für Gecko ist auch nicht gerade kurz und es profitiert nicht nur der Firefox Browser, sondern alles was mit “powered by Mozilla” beschriftet ist, wie die Produkte Thunderbird, Flock, SeaMonkey, Joost, Miro, Songbird and more. Seit der ersten Alpha 1 Version besteht Firefox 3 den Acid2 Test, ein populärer Test für die Kompabilität der Stil-Standards. Mit der jetztigen Version beteht Acid3 Test mit 67/100 Punkten. Ein ziemlich hoher Wert, wenn man Bedenkt, dass nur ein Browser (Safari 3.1 beta) noch höher liegt. Der Internet Explorer kommt in der neuen Version auf nur 18 Punkten, IE 7 und IE6 sind knapp um die 10-Punte Marke. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass dieser Test erst vor Tagen publik gemacht wurde. Firefox beherrscht jetzt auch Farbprofile, die in Bildern eingebettet sind, dank dem neuen Farbmanagement, die natürlichere Ausgabe von Lichtverhältnissen und Schärfe beinhalte.
Ausblick
Es wird eine fünfte Beta geben. Warscheinlich Ende März und warscheinlich sind die wesentlichen Punkte im Produkt integriert. Ein bisschen Feinschliff hier und da, Fehlerkorrekturen an den letzten Punkten. Jetzt liegt es nur noch daran, die Addons-Programmierer dazu zu bewegen, ihre Produkte für die Version 3 fit zu machen. Ich jedenfalls freue mich auf die offizielle Ankündigung von Firefox 3. Bis dahin ist meine Beta 4 schon im täglichen produktiven Einsatz. Und bei euch auch schon bald?